Drei Wochen nach München fand bereits der nächste Hammer statt, nämlich der F3K-Wettbewerb in Nancy, Frankreich. Auch hier haben sich sagenhafte 52 Piloten angemeldet. Es ist extrem cool, zu sehen, dass die Teilnehmerzahl an internationalen Wettbewerben tendenziell steigt. Ein super Zeichen für unser Hobby!

Das Flugfeld in Nancy ist wohl eines der schönsten im Wettbewerbskalender. Der Wettbewerb findet auf dem Hochplateau des Aerodromes de Nancy-Malzéville statt, welches auf einem Hügel bei Nancy liegt. Nancy hat den Ruf, oft besonders windige Bedingungen zu haben. Erfahrungsgemäss ist die Thermik allerdings oft sehr gut, sodass die Wettbewerbe dort immer recht spannend sein können.

Der Samstag war ein Prachtstag. Sehr viel Sonne und sicher 30°C machten den Tag zu einer schwitzigen Angelegenheit. Der Tag wurde Nancys Ruf aber nicht gerecht, der Wind war nur schwach, und es war nicht immer einfach die vorgegebenen Zielzeiten zu fliegen. Geflogen wurden am Samstag 3of6, 1234, L2x3, All-Up, Big Ladder, Poker und 5x2min.



Dass es nicht der einfachste Tag war, ist auch den Resultaten der Poker-Runde abzulesen. Sehr viele Piloten haben hier einen 0-er Score, was heisst, dass sie ihren «all-in»-Call nicht erfüllen konnten. Auch in der Runde vor Poker, Big Ladder, wo man 1, 1:30, 2, 2:30 und 3:00min fliegen muss, erhöhte sich die Variabilität der Scores schon beträchtlich – denn es wurde sehr schwierig, einen langen Flug zu machen.


Cederic und Oli ist der Samstag wieder sehr gut gelungen, sie lagen auf Plätze 5 und 7. Stefan lag auf 20, Beni auf 22, Gander 45, Bärtschi 48 und Leon 49. Zum Abschluss des Tages führte noch eine ASK-21 der ansässigen Segelfluggruppe ein Akro-Programm vor!


Eigentlich war für Sonntag weniger gutes Wetter vorhergesagt. Doch wir hatten Glück! Einzig am Morgen vor Wettbewerbsbeginn um 8:30 Uhr tröpfelte es leicht, weil uns eine Regenzelle gerade so gestreift hat. Die grösseren, für den Tag vorhergesagten Regenzellen zogen glücklicherweise weiter Südöstlich über Frankreich, sodass wir auch am Sonntag einen trockenen Tag geniessen konnten. Geflogen wurden die Tasks Best Flight, Last 5min in 7min, 2x5min und 3×3:20min.


Der Sonntag war ein komplett anderer Tag als Samstag. Der Wind blies schon am morgen, und es bahnte sich ein typischer Nancy-Tag an. Der Wind wurde über den Tag hinweg auch deutlich stärker. Arek aus Polen hatte seine Windstation dabei, welche folgende Daten aufzeichnete. Allerdings stand die Station insbesondere ab Mittag im Lee von Bäumen und Hangars, sodass der Wind wohl stärker als gemessen war.

Die Runden waren am Sonntag teils extrem anspruchsvoll zu fliegen, weil es zunehmend auch schwierig wurde, in der turbulenten Luft noch sinnvoll und sicher anzufliegen und zu landen. Trotzdem gab es oft einen Bart, den es zu treffen und auszukreisen galt. Viele Piloten machten am Sonntag fehler und landeten ausserhalb des Feldes. Im Verlauf des Morgens wurden die Modelle immer stärker aufballastiert (bis zu ca. 80-100g).








In dem herausfordernden Wetter hat es die Rangliste nocheinmal neu sortiert. Nach 11 Runden wurde die Vorrunde abgeschlossen, das Resulatat dieser Vorrunde zählt als offizielles Wettbewerbsergebnis für den Eurotour Event von Nancy. Cederic hatte leider einen Flügelbruch an seinem D1, sodass er nicht mehr Vollgas geben konnte und aus den Top 10 fiel. Oli flog einen sauberen Sonntag und verbesserte sich auf den 3. Platz! Ebenfalls verbesserte sich Stefan vom 20. auf den 6. Platz. Die besten 10 durften nach dem Mittagessen im Flyoff, dem sogenannten «Mirabelle Cup», nochmals antreten.

Geflogen wurden im Flyoff 2x5min, 1234, One Flight und Huge Ladder (3,6,7min). Der Wind war mittlerweile so stark, sodass man ballastierte was ging. Oli konnte nur maximal 100g aufballastieren und hätte mehr gebraucht, Stefan flog mit einem 455g schweren Yoda – und auch das flog teilweise rückwärts. Die Runden waren extrem schwierig zu fliegen. Es galt, möglichst ein paar Kreise in guter Luft zu machen, und möglichst lange zu fliegen – die volle Zeit hat bei allen Runden niemand erreicht. Anthony ist mit den Bedingungen am besten klar gekommen und flog ein solides Flyoff, was ihm den Sieg beschert hat. Stefan landete überraschenderweise auf dem zweiten Platz – wohl weil er keine Aussenlandung verzeichnen musste.


Der Sonntag war ein enorm herausfordernder Tag mit Flügen, an die man sich sicherlich noch lange zurückerinnern wird. Gewonnen hat den Wettbewerb Vincent Merlijn (NET, mit CX) vor Anthony Rotteleur (FRA, mit BAMF2) und Oliver Jakob (CHE, mit Flitzebogen 3). Stefan lag am Ende auf 6, Cederic auf 22, Beni auf 24, Patric auf 36, Leon auf 46, Gander auf 50.
Wir haben ein erlebnisreiches Wochenende hinter uns. An Wettbewerben wie diesen lernt man sehr viel dazu, sei es über seine Modelle, oder über den Umgang mit besseren und schlechteren Runden, wenn es mal besser und mal schlechter läuft. Es war ein super organisierter Event von Steeve Collin, und wir freuen uns bereits heute auf die nächste Ausgabe von Nancy in 2027!
Bilder im Beitrag stammen teilweise von Izabela Krawczyk, die F3K-Hoffotografin aus Polen, welche die Nutzung der Fotos erlaubt hat.
Rangliste:

